40 Jahre Partikelforschung/40 Years of Particle Research

Bern, 11.-13. Februar 2009

Abstract


Elke Hentschel (Bern):
Abtönungspartikeln in literarischen Texten

Schon vor längerer Zeit konnte gezeigt werden, dass die Frequenz von Abtönungspartikeln mit bestimmten Eigenschaften von Alltagsgesprächen wie dem Grad der Vertrautheit der Teilnehmenden, der Öffentlichkeit der Situation oder der thematischen Ausrichtung korreliert: je höher der "Vertrautheitsgrad" eines Gesprächs, desto höher auch die Frequenz der Abtönungspartikeln in ihrer Gesamtheit (cf. Hentschel 1986: 238–256). Auch die relative Frequenz einzelner Partikeln im Verhältnis zueinander ist relativ gut untersucht, und es gibt auch erste Untersuchungen zu der Frage, was ein Abweichen von der "normalen" Häufigkeitsrelation aussagt (cf. Hentschel/Keller 2006). Was jedoch nach wie vor aussteht, ist die Antwort auf die Frage, inwiefern sich diese Erkenntnisse auf die Analyse literarischer Texte anwenden lassen. Finden sich Abtönungspartikeln bei Goethe, Schiller, Hauptmann oder Brecht und wenn ja, was sagen sie über die Texte aus, in denen sie vorkommen? Der Beitrag soll dieser Frage nachgehen und dabei zugleich diskutieren, welchen Zugang zu Texten quantitative Analysen bestimmter Textelemente erlauben.

Literatur:
  • Hentschel, Elke (1986):  Funktion und Geschichte deutscher Partikeln. Ja, doch, halt und eben. Tübingen: Niemeyer. (= Reihe Germanistische Linguistik 63).
  • Hentschel, Elke/Keller, Heidi (2006): "Cultural concepts of parenting. A linguistic analysis". Linguistik online 29, 4/2006: 73-95.



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