Tagung zum Thema Wortbildung /

Conference on word formation


Bern, 5. / 6. Februar 2014

Abstract:


Nanna Fuhrhop/Martina Werner
Oldenburg & Wien
Einige gewagte Thesen zur Zukunft der substantivischen Wortbildung im Deutschen


Werner (2009) zeigt, dass (in Fortführung von Demske 2005) die ung-Ableitung nicht mehr produktiv ist, sondern systematisch durch den substantivischen Infinitiv ersetzt wird. Für die Anglizismen besteht daneben die Möglichkeit der ing-Ableitung bzw. der ‚implizite Ableitung‘ /Stammkonversion (ScreeningScreenen, ScannenScan). Wenn man diese Beobachtung weiter denkt, stellt sich die Frage, was von der deutschen (suffixalen, substantivischen, produktiven) Wortbildung übrig bleibt. Der Abbau der Derivation wäre somit in Analogie zum Abbau der Flexion im nominalen Bereich (sog. „Endsilbenabschwächung“). Auch für den Bereich der Komposition lassen sich Tendenzen zur Analytisierung beobachten (kirchlicher Standesvertreter statt Kirchenstandesvertreter, vgl. Duden 2009: 348). Möglicherweise verschiebt sich hier das grammatische System. Sowohl Beobachtungen aus der fremden Wortbildung (und ihrer Geschichte) als auch aus der Geschichte der satzinternen Großschreibung (‚Substantivgroßschreibung‘) flankieren die Sicht.

Der Vortrag versteht sich explizit als Diskussionsgrundlage.

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