Tagung zum Thema Wortbildung /

Conference on word formation


Bern, 5. / 6. Juni 2014

Abstract:


David Gerhardt
Universität Bern, Schweiz
Neue Wörter als Grundlage für hessische Flurnamen

Auch im 21. Jahrhundert spielen Flurnamen in Gesprächen über den Landschaftsraum eine Rolle. Aufgrund ihrer besonderen Genese, die selten initiativ sondern allmählich, mittels Beschreibungen und unter ungeregelter Mitwirkung mehrerer Kommunikationsteilnehmer erfolgt, werden hier neuere Wörter rasch auch zu Namenbestandteilen. Die meisten von ihnen sind Komposita. Für Hessen gibt es einige bereits gut beschriebene Beispiele, wie Bahnhof m. oder Sportplatz m. Bei der Erforschung der aktuellen Situation in Mittelhessen, im Rahmen meiner Dissertation, sind weitere, meines Wissens bisher unbeschriebene solcher Namentypen aufgetreten. Vielfach stellen diese propriale Streitfälle dar. So wird z.B. das Grundwort von Wasserbasseng m. ‚(hier) Wasserhochbehälter’ (-basseng < französisch bassin m.) in Flurnamen von verschiedenen Gewährspersonen in manchen Dörfern mit anderen Grundwörtern ersetzt. Schon die Terminologie „Wörter“ verrät meine Vermutung, dass sich einige Kommunikationsgemeinschaften hier nah an der Beschreibung bewegen und Wasserbasseng m. derzeit kein vollwertiger Flurnamentyp ist.
 Mittels einer besonderen Erhebungs- und Lexikonform sollen einige solcher Fälle und der Zustand weiterer neuerer Namentypen (z.B. aus Lehnwörtern, wie Ranch f.) im Vortrag sichtbar gemacht werden.

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