Tagung zum Thema Wortbildung / Conference on word formation


Bern, 5. / 6. Juni 2014

Abstract:


Elke Hentschel
Universität Bern, Schweiz
Zwischen Infinitiv, Gerundium und Wortbildung


Schon der Analyse folgender, noch recht standardsprachlicher Bildungen wie der nachfolgend aufgeführten stellt sich die Frage, was hier eigentlich genau vorliegt (Internetbelege):
            gemeinsames Kuchenbacken
            die Sache mit dem Frühaufstehen
            Genderkritisches Kindererziehen
            zum Romanelesen
            Tipps fürs Kaffeekochen
Immerhin ist aber die Deutung möglich, dass es sich hier jeweils um einen substantivierten Infinitiv, also um eine Konversion handelt, und dass das Ergebnis dann einer weiteren Wortbildung, nämlich einer Komposition, unterzogen wurde.

Wie aber deutet man vor allem in der gesprochenen Sprache anzutreffende Strukturen wie in:
            Er hat mir beim Kirschen vom Baum pflücken geholfen.
            Dein an allem und jedem was zu meckern haben nervt langsam.
etc.?

Eindeutig ersetzen solche Bildungen Nebensätze wie als ich Kirschen vom Baum pflückte bzw. dass du an allem und jedem was zu meckern hast oder auch erweiterte Infinitive wie (geholfen) Kirschen vom Baum zu pflücken. Im Vortrag soll der Überlegung nachgegangen werden, ob sich solche Formen damit nicht ganz parallel zu den Konverben anderer Sprachen deuten lassen – und ob sich hier vielleicht eine Entwicklung in Richtung auf den zunehmenden Gebrauch infiniter Konstruktionen abzeichnet, die keine Infinitive im üblichen Verständnis sind.



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