Tagung zum Thema Wortbildung /

Conference on word formation


Bern, 5. / 6. Februar 2014

Abstract:


Roland Hofer
Universität Bern, Schweiz
Der Einfluss von Sprachkontakt und Silbenstruktur auf die Wortbildung

Treffen zwei verschiedene Sprachen aufeinander, werden diese gewissen Interferenzen, d.h. wechselseitigen Einflüssen, ausgesetzt. Am bekanntesten und am weitesten verbreitet sind solche Einwirkungen auf lexikaler Ebene, Stichwort Lehnwort.
Daneben kann Sprachkontakt aber auch zu Interferenzen auf phonetisch-phonologischer Ebene führen, bspw. Auswirkungen auf die Silbenstruktur einer Sprache haben, wenn verschiedene Sprachtypen (z.B. Wortsprache vs. Silbensprache) aufeinandertreffen. Dies wiederum hat Folgen in der Wortbildung: Durch wechselseitige Anpassungen der Silbenstruktur in Sprachkonktaktsituation lässt sich zum Beispiel die Vielfalt der Diminutivsuffixe im Schweizerdeutschen erklären (über 10 verschiedene Diminutivsuffixe).
Eine weitere Erscheinung, die Sprachkontakt mit sich bringen kann, ist die Entlehnung von Suffixen und Wortbildungsmustern. Dieser verdankt das Schweizerdeutsche bzw. insbes. die schweizerdeutsche Toponymie das Kollektivsuffix schwzd. -ere < lat.-roman. -āria (Nesslere f. ‚Stelle mit vielen Nesseln’) und wohl auch das Wortbildungsmuster, mittels Movierung Besitz anzuzeigen (Müllere f. ‚Besitz der Familie Müller’).

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