Tagung zum Thema Wortbildung /

Conference on word formation


Bern, 5. / 6. Februar 2014

Abstract:


Nicolaus Janos Raag
Uppsala Universitet, Schweden
Komposita und Wissensvermittlung im frühmittelalterli-chen Kloster


In meinem Vortrag möchte ich am Beispiel von Substantivkomposita bei Notker zeigen, wie neue Konzepte aus dem Lateinischen in der bekannten Welt des Deutschen etabliert werden können. Es geht also um die Rolle der Komposition für die Wissensvermittlung in der frühmittelalterlichen Klosterschule, wobei ich Wissensvermittlung als eine Art kulturellen Austauschs im Sinne Burkes (2009:93 f.) fasse.
Als Materialgrundlage dienen mir die Substantivkomposita in althochdeutschen Bearbeitungen lateinischer Schultexte von Notker III. von St. Gallen (um 1000 n. Chr.), die mittels einer dichten Beschreibung (vgl. Geertz 1983) analysiert werden. Auf Grund ihrer binären Struktur sind Substantivkomposita für die Vermittlung komplexer Inhalte geeignet, da in ihnen etwas zu etwas anderem in Bezug gesetzt wird und so durch sie Deutungsmuster kodifiziert werden können. In meinen Überlegungen bewege ich mich somit an der Schnittstelle von historischer Semantik und Kulturanalyse.

Literatur
Burke, Peter (2009): Cultural Hybridity. Cambridge/Malden: Polity. Geertz, Clifford (1983): “Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer deutenden Theorie von Kultur”. In: Dichte Beschreibung. Beitr¨age zum Verstehen kultureller Systeme. (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 696). Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 7–43.

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