Tagung zum Thema Wortbildung /

Conference on word formation


Bern, 5. / 6. Februar 2014

Abstract:


Christa Schneider
Universität Bern, Schweiz
Neologismen in der litauischen Sprache gestern und heute


Frühe Wortbildungsstrategien im Litauischen sind vor allem deshalb interessant, weil sich viele Ausdrücke auf eine einzelne Person zurückführen lassen. Der litauische Autor und Lexikograph Konstantinas Sirvydas (1579-1631) war anlässlich der Schaffung des polnisch-lateinischlitauischen Wörterbuches Dictionarium trium linguarum gezwungen, für viele polnische und lateinische Wörter litauische Entsprechungen zu kreieren, weil Litauisch zu diesem Zeitpunkt nicht hinreichend ausgebaut war und somit lexikalische Lücken zu füllen waren. Hier soll gezeigt werden, welcher Wortbildungstrategien sich Sirvydas bediente, um Litauisch so weit auszubauen, dass es in den Stand einer Wissenschaftssprache erhoben werden konnte. So gehen beispielsweise die litauischen Planetennamen auf ihn zurück (vgl. Pakalka 1961: 281-298).
Heute ist man in Litauen bestrebt, die Sprache möglichst von Fremdwörtern “sauber“ zu halten. Dafür wurde eigens eine Behörde geschaffen, die Staatskommission für litauische Sprache, die in ihren Aufgaben der Académie française ähnlich ist. Diese Kommission bemüht sich momentan vor allem um die Einbettung der Flut von Anglizismen und Slawismen in die litauische Sprache (vgl. Hogan-Brun 2009: 120-124). Die Wortbildungsstrategien der Staatskommission für litauische Sprache sollen hier ebenfalls aufgezeigt und mit denen von Sirvydas verglichen werden.

Quellen:
Hogan-Brun, G., Ozolins U., Ramonienė M., Rannut M. (2009): Language Politics and Practices in the Baltic States. Tallinn: Tallinn University Press.
Pakalpa, Kazys (1961): K. Sirvydo „Dictionarium trium linguarum“ naujadarai. In: Lietuviu kalbotyros klausimai 4, 281-300.

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